Montag, 19. Mai 2014

Die Pintessin mit dem Baggerführerschein

Es war einmal, ein kleines Mädchen.
Das lebte in ihrer rosaroten Puderzuckerwelt, wo Einhörner auf Regenbögen hinunterrutschten und Prinzessinnen allein durch ihren Gesang und dem Glauben an die Macht der Liebe, die Welt retten konnten.
Und dann wurde sie eingeschult.
Die Einhörner verschwanden, doch die Disneysongs murmelte sie stets weiterhin leise vor sich hin.
Dann lernte sie, was das Leben bedeutet.
Das Leben in einer Welt, in der es kein glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage gibt.
In unserer Welt.
Doch die Magie im Herzen ist nie verblasst.
Dann wurde sie Mutter.
Schnell her mit dem Hello Kitty, Rosa Glitzerkram, Kleidchen mit Tamtam und allem, was man so erwartet und was die Industrie hergibt, wenn man meint, dem Klischee der Mädchenmama entsprechen zu müssen.
Doch die Zeit und die Erfahrung haben mich auf andere Wege geleitet.Ich bin die, die ihrem Mädchen einen Kaputzenpulli und coole Jeans zu dem Arielleshirt und bequeme Schuhe anzieht, damit wir gemeinsam im Wald toben können.
Kleidchen gab es hier lange keine, bis sie von selbst sagte: "Mia auch Kleid.Mia wie Mama Kleid".
Genauso schade finde ich es, wenn man total allergisch auf Disney reagiert.
Meine Generation, die, die noch die alten Filme kennt, kennt Disney als etwas, das Werte vermittelt, fern ab von den Merchandising Produkten, auf die manche es gerne reduzieren und von denen unsere Kinder überflutet werden.Die Mischung macht's!

Mein letzter bewusster Disneyfilm in meiner späten Kindheit war Mulan.
Die Geschichte um ein tapferes Mädchen, das Mut beweist, für ihre Familie und Werte kämpft und keinen Funken Tussi in sich trägt.
Bambi lief während des 2.Weltkrieges in den Kinos, um die Menschen zu trösten.Mehr muss ich doch wohl nicht dazu sagen?
Heute bin ich stolz, meine Tochter ihren eigenen Weg finden zu lassen.
Sie entscheidet selbst, wofür sie sich interessiert und womit sie spielt.

Hier gibt es nicht nur den pädagogisch wertvollen Kram, nicht nur Glitzer und Kommerz, 
kein Pressen in Genderrollen oder Erwartungen.
Cinderella lenkt hier den Bagger, der gemeinsam gesammelte Kieselsteine transportiert und schon einige Jährchen auf dem Buckel hat, da er schon dem Papa gehörte.
Lasst euch nicht in Rollen pressen, versteift euch nicht, seid glücklich über die Wahl, selbst entscheiden zu dürfen.
Ob es nun der Junge ist, der Mamas Nagellack probieren will, oder das Mädchen, das die Barbie links liegen lässt, um mit dem Papa, ihrem Spielzeug-Akkuschrauber und Holzresten etwas bauen mag.
Was aus unserem Mädchen geworden ist, vom Anfang meines Textes?
Sie ist glücklich, zumindest kurz dem Erwachsensein und der ganzen Verantwortung entfliehen zu können, nochmal Kind sein zu dürfen und sich coole Arielle Socken in ihrer Größe kaufen zu können, da es diese früher nicht gab.







Kommentare:

  1. Ich find das gut so, wie du es machst :) Ich durfte auch mit Lego oder Autos spielen, habe Barbie verabscheut und auch das wurde zugelassen. Heute bin ich echt froh drum, denn es hat mir geholfen, ICH zu sein.

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  2. Ein ganz wundervoller Text! Ich bin eine deiner stillen Followerinnen, aber ich verfolge täglich Euer Familiengeschehen auf Instagram. Du wirkst so, als seist du eine wundervolle Mama! Lass dich niemals unterkriegen. J😘💝

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  3. Mein Neffe (4) spielt unheimlich gerne Fußball, sobald er aber aufm platz steht, rennt er weg und pflückt lieber Blümchen. Letztens hat er gesehen wie die Tante sich die Nägel lackiert, zack wollte er auch nagellack tragen - aber in blau. :D who cares, finde sowas toll. Mach weiter so, die mia ist ein klasse kind!

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